Im von Piraten und Kriegsschiffen belagerten Golf von Aden vor Somalia ist derzeit ein Schiff unter Schweizer Flagge unterwegs Bericht vom 22. April 2009 Die Durchfahrt des Frachters «Turicum» in Richtung China verlief bis am Mittwochnachmittag ohne Probleme, wie Björn Lindblom, technischer Leiter der Reederei Zürich AG, auf Anfrage sagte. Noch sei das Abenteuer jedoch nicht vorbei. Man hoffe aber, dass der Frachter mit 22 Besatzungsmitgliedern die Gefahrenzone bis am morgigen Donnerstag hinter sich habe. Die «Turicum» fahre sicherheitshalber innerhalb einer Gruppe von Schiffen mit ähnlicher Geschwindigkeit durch den Golf, wie dies von den Seestreitkräften der EU-Mission Nafor Atalanta empfohlen werde. Kriegsschiffe begleiteten die Schiffsgruppe nicht, patrouillierten aber in der Nähe. Trotz der Gefahr durch Seeräuber passieren nach wie vor ein bis zwei Schweizer Handelsschiffe monatlich den Golf von Aden, wie es auf Anfrage beim Schweizerischen Seeschifffahrtsamt (SSA) hiess. Verfolgungsjagd vor Somalias Küste Wie die Turicum den Piraten entkam Der Kapitän des Schweizer Frachters «Turicum» schüttelte die somalischen Piraten erfolgreich ab. Nun erklärt die Zürcher Reederei, wie Nahe die Freibeuter dem Frachtschiff wirklich gekommen sind Zwei Piratenschiffe verfolgten das Schweizer Frachtschiff «Turicum» am 6. Januar während sieben Stunden rund 1500 Kilometer östlich der somalischen Küste. Mit verschiedenen Ausweichmanövern hielt der Kapitän die Freibeuter auf Distanz: «Die Piraten kamen dem Schiff nie näher als 13 Kilometer. Die Crew hat die Piraten bloss mit dem Feldstecher gesehen», sagt Christan Steinmann, Sprecher der Reederei Zürich, gegenüber 20 Minuten Online. Piraten ging der Treibstoff aus Da die «Turicum» stetig ihren Kurs wechselte, haben sich die zwei Piraten-«Mutterschiffe» nie dicht genug an das Frachtschiff annähern können, um die schnellen Speed-Schlauchboote für einen Angriff zu wassern: «Schliesslich gaben die Piraten auf. Mitunter ist den Booten der Sprit ausgegangen.» Dies sei schon öfters beobachtet worden, sagt Steinmann. Die Crew der «Turicum» war aber für den Ernstfall gerüstet: Laut dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung habe die Mannschaft das Frachtschiff mit Stacheldraht verbarrikadiert und Wasserschläuche bereitgehalten, um die Piraten zu vertreiben. Nach dem versuchten Angriff setzte die «Turicum» ihre Fahrt in den Zielhafen Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten fort. «Glücklicherweise wurde bei dem Zwischenfall niemand verletzt. Kapitän und Besatzung haben sich vorbildlich verhalten», so Steinmann weiter. Der Crew muss man ein Kränzchen winden: Denn die 190 Meter lange und 30,5 Meter breite «Turicum» hatte gut 50 000 Tonnen Holz geladen und lag dadurch tief im Wasser. Eigentlich ein ideales Opfer für Piraten. Quelle: Schweizerisches Seeschiffahrtsamt / Reederei Zürich AG, Zürich |