
Dieser Rohöltanker lief am 05.02.1974 als SUSANNE ONSTAD für die Norwegische Reederei Onstad Shipping Co., Oslo von Stapel. Er wurde im selben Jahr an seine Eigner Niels Onstad Tankrederi A/S, Oslo übergeben und das Management an Onstad Shipping Co., Oslo übertragen (Lloyd's Register/IMO Nr: 7374096, Rufzeichen: LNUJ).
Im März 1976 charterte eine Filmgesellschaft in Hollywood die SUSANNE ONSTAD, um einige Szenen für Dino de Laurentiis Film "King Kong" zu drehen. Zu diesem Zweck kreuzte der Tanker für einige Tage an der Kalifornischen Küste, während die Aufnahmen gemacht wurden.
Im Jahr 1980 wurde der Tanker von Alba Corporation, Monrovia, Liberia gekauft und das Management an Metrofin Ltd., Zürich übergeben. Das Schiff wurde in ARKAS umbenannt und in Monrovia unter der Flagge von Liberia registriert (Register Nr. 6908, Rufzeichen: ELAN8).
Die ARKAS wurde als Baunummer 972 von Mitsui Engineering & Shipbuilding Co. Ltd., Tamano, Japan gebaut und war ein konventioneller Einhüllentanker von 138'340 mt DWT (dead weight) bei einem Tiefgang von 17,05 m. Die ARKAS war 271 m lang und 44,07 m breit. Erwähnt werden müssen auch die sehr grosszügig, nach skandinavischem Standard ausgebauten und schönen Unterkünfte der Besatzung.
Die ARKAS wurde von einem 8-zylinder, langsamlaufenden, 2-takt, Kreuzkopfdieselmotor von Burmeister & Wain, Typ: 8K90GF angetrieben, hergestellt in Japan unter Lizenz von Mitsui-B & W, Tamano. Die Maschine war direkt an die Schraube gekuppelt und die Leistung betrug 27'300 PS, was dem Schiff eine Geschwindigkeit von ungefähr 16,0 Knoten gab.
Auf der Fahrt um das Kap Hoorn von Port Gentil, Gabon (Cap Lopez) nach Vina del Mar, Chile geriet der geladene Tanker am 7/8.03.1981 bei Staten Island, zwischen den Falklands und Cap Hoorn in einen schweren, plötzlich aufkommenden Orkan. Die riesigen Brecher rissen das Rettungsboot an der Steuerbordseite über Bord (über 12 m über der Wasserlinie). Auch auf dem Hauptdeck entstanden Schäden, besonders am Deckshaus mitschiffs. Im Raum der Schaumlöschanlage wurde die Wettertüre und einige Lüftungsklappen aufgerissen und das eindringende Seewasser gelangte über die Schaumschächte in den Maschinenraum (die Maschinenanlage war durch eine "High expansion" Schaumanlage gegen Feuer geschützt). Glücklicherweise brachte die Mannschaft die Situation rasch unter Kontrolle, eine nicht ungefährliche Arbeit, angeseilt auf dem überspülten Deck die Türen und Klappen zu schliessen. Auch ist nicht auszudenken, wenn das eindringende Wasser lebenswichtige Teile der elektrischen Anlage ausser Betrieb gesetzt hätte.
Am Abend des 31.03.1982, auf der Fahrt flussaufwärts auf dem Mississippi zu ihrem Löschhafen stiess die ARKAS mit dem Tankleichterschubverband CREOLE GENII zusammen. Die Kollision erfolgte in der Nähe von La Place, oberhalb von New Orleans. Der Tanker wurde an backbord vorne vom Maschinenraum im Ladetank getroffen. Das auslaufende Rohöl entzündete sich und floss als brennender Teppich flussabwärts. Dabei erlitt der Maschinenraum schweren Schaden. Der Lotse setzte das Schiff auf eine nahe Sandbank und die Mannschaft verlies das Schiff. Die ARKAS wurde am 09.04.1982 freigeschleppt und an einen Ankerplatz gebracht (siehe auch unseren separaten Bericht über dieses Ereignis)..
In der Folge verkauften die Besitzer das beschädigte Schiff für gemeldete 7,75 Mio. USD an die Ogden Corporation, New York, USA, die es bei der Werft Avondale Shipyards, Avondale, New Orleans reparieren liessen. Nachdem die Reparaturarbeiten im folgenden Jahr 1983 beendet wurden, wurde der Tanker in OGDEN COLUMBIA umbenannt und für Ogden Marine Inc., unter der Flagge der USA in New York registriert (neue Tonnage GRT: 67'856, NRT: 47'634, DWT: 138'699, Rufzeichen: KLKZ).
Im Jahre 1985 wurden die Besitzerrechte an Ogden Challenger Transport Inc., New York und das Management an OMI Corporation, New York übertragen. Das Schiff wechselte den Namen und wurde die OMI COLUMBIA, blieb jedoch weiterhin in New York beheimatet.
In 1986 wurde der Name der Schiffsbesitzer in OMI Challenger Transport Inc., New York umgeändert, während das Management das Gleiche blieb.
In Jahr 1989 wurde die Managementfirma in OMI Bulk Management Co., New York umbenannt, um dann sieben Jahre später in 1996 wieder zum ursprünglichen Namen OMI Corporation, New York zurückzukommen.
Im Juni 1998 wurde der Tanker von Argosy Ventures Ltd, Philadelphia, Pa., USA gekauft und das Management an Marine Transport Corporation, Weehawken, New Jersey übergeben. Der Name des Schiffes wechselte in MARINE COLUMBIA und sein neuer Heimathafen wurde Philadelphia, Pa. Im Jahr 2001 wurde das Management an Alaska Tanker Co. LLC, Beaverton, Oregon übertragen.
Während der Zeit unter der US-Flagge war der Tanker zum Transport von Rohöl aus Alaska nach der Westküste von Amerika eingesetzt.
Am 23.03.1999, anlässlich des 10. Jahrestages der Oelkatastrophe der "EXXON VALDEZ" wurde die MARINE COLUMBIA in Richmond in der San Francisco Bucht von Greenpeace geentert und ein Spruchband "Exxon 1989 - BP Amoco 1999 Hands off Arctic Oil" gezeigt.
Im Januar 2004 wurde das Schiff in COLUMBIA umbenannt und im gleichen Jahr an eine Abwrackfirma in Bangladesh verkauft. Am 28.12.2004 erreichte der Tanker seinen letzten Hafen Chittagong zur Verschrottung.
SwissShips MB, HPS, Februar 2017
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